10zoll ist tot?

25.04.2017 09:15  Von:: Christoph Laves

10zoll ist tot – genauso überfahren vom allgegenwärtigen 19“-Format, wie 21“ und 24“. R.I.P…. und das war´s? Nein, unsere berufliche Praxis zeigt ein anderes Bild:

10“ war ja nie in einer Geräteanzahl weit verbreitet, wie zum Beispiel die 21“-ETSI-Größe. Es hat daher nie so eine große Nutzerzahl gehabt. Aber für bestimmte Einsatzzwecke überwiegen die Vorteile der Größe…naja, eher Kleine…

Seit über 10 Jahren bieten wir ein sehr umfangreiches 10“-Sortiment an. Und das nicht aus Nostalgie, oder weil die Kolleginnen die Schränkchen so putzelig finden, sondern weil unsere Kunden sie schlichtweg kaufen. Wofür? Für welche Zwecke?

Ich habe vor diesem Blogbeitrag im Internet recherchiert um herauszufinden, ob es neben den aus unserem Kundenkreis bekannten Nutzungen noch weitere Ideen für 10“-Geräte und Schränke gibt. Und siehe da, fast alle Anwenderbeiträge aus den Foren drehen sich ums traute Eigenheim und eine dort unterzubringende Netzwerkverkabelung, die wenig Platz im Keller oder im Flur bei der Telefondose einnehmen darf.

Nun sind die Kunden von IT-BUDGET fast alle Firmenkunden, öffentliche Auftraggeber oder installierende Betriebe, also vor allem Elektriker und es ergibt sich da ein differenzierter Einsatz.

Der Privatkunde versucht scheinbar, für sein Eigenheim in das kleine 10“-Schränkchen eine unternehmens-IT im Kleinformat hineinzupressen, also Router, Switch, Patchpanel und dann noch NAS und der eine oder andere war auch auf der Suche nach kleinen 10“-Servern!

Unsere Firmenkunden spezialisieren die Verwendung da viel mehr: Einzig der geringe am Montageplatz vorhandene Raum ist allen Einsatzzwecken gleich.

Zum einen ist da die klassische Etagenunterverteilung mit Patchpanel und Switch. Bei einem 10 HE Schränkchen im 10“-Format und mehreren 16 Port Switches lassen sich darin - rein rechnerisch – schon mal 80 Anschlüsse unterbringen. Neben der reinen Kupferverkabelung werden gelegentlich auch die Glasfaseranschlüsse in 10“-LWL-Panels konnektiert.

Kleine 10“-Schränkchen, mit 4 bis 6 HE sind schon in die abgehängten Zwischendecken montiert worden, wo man einen 19“-Schrank nicht hineinbekommen hätte. Im Projekt eines Hotels wurden auch die WLAN-Router auf jeder Etage in einem 10“-Schrank untergebracht. Da die Antennen IM schirmenden Metall-Schrank nicht viel Sinn gemacht hätten, wurde kurzer Hand je ein Loch pro Antenne in das Schrankdach gebohrt und diese dort hindurchgesteckt.

Ein weiterer Anwendungszweck ergab sich in einem Krankenhaus: Die medizinisch wichtigen PCs sollten alle einzeln mit kleinen USV-Anlagen abgesichert werden. Da nichts fest auf dem Boden stehen durfte, damit überall feucht gewischt werden konnte, wurden mit etwa 20 cm Abstand zum Boden hinter den PC-Arbeitsplätzen 10“-Schränke an die Wand geschraubt, die eine kleine USV und die 10“-Steckdosenleiste als Verteiler aufnahm – geschützt vor Feuchtigkeit, sicher vor unbefugtem Zugriff und korrekt verkabelt.

Zunehmend ist auch dieser Einsatz im letzten Projekt, das mir einfällt: In einem Filialbetrieb wurden NAS-Systeme in 10“-Schränken verstaut. Das ist so weit nicht besonders, aber da diese einigen Wert mit sich brachten, war es dem Kunden wichtig, dass der Schrank mit einer stabilen Vollblechfronttür mit individueller Schließung ausgestattet war – geht auch.

Ich gebe zu, ich mag 10“ und freue mich immer wieder neue Anwendungen kennenzulernen. Wenn Sie eine 10“-Installation haben, schicken Sie mir einfach ein paar Bilder und eine kurze Erklärung, wir veröffentlichen Sie gerne.


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