Was versteht man unter EMV?

26.11.2015 12:00  Von:: Miriam Laves

Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) bezeichnet die Fähigkeit elektrotechnischer Geräte, zufriedenstellend zu arbeiten, ohne andere Einrichtungen zu stören oder selbst gestört zu werden.

Hohe Verpackungsdichten in Elektronikbaugruppen und immer größere Signalverarbeitungsgeschwindigkeiten verursachen in komplexen elektronischen Geräten und Systemen der Mess-, Steuer-, und Regelungstechnik sowie der Datenverarbeitungs-, und Informationstechnik häufig Fehler, die auf elektromagnetische Beeinflussungen zurückgeführt werden können.

Es gilt also diese Störausendungen zu vermeiden und eine Störfestigkeit zu definieren.
Die Störfestigkeit ist dann gegeben, wenn Störgrößen nicht zu einer Fehlfunktion führen:

  • Funktionsminderung
    Eine Beeinträchtigung der Funktionstüchtigkeit , die noch zulässig ist.
  • Fehlfunktion:
    Eine Beeinträchtigung der Funktionstüchtigkeit, die nicht mehr zulässig ist. Die Fehlfunktion endet mit dem Abklingen der Störgröße.
  • Funktionsausfall:
    Eine Beeinträchtigung der Funktionstüchtigkeit, die nicht mehr zulässig ist und nur z.B. durch Instandsetzung beseitigt werden kann.

Störgrößen können Spannungen, Ströme, elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder sein, die entweder kontinuierlich periodisch oder zeitlich zufällig impulsförmig auftreten können.

In Niederspannungsnetzen gilt:

  • Die störintensivsten vorübergehenden Vorgänge werden in Niederspannungsnetzen durch das Schalten induktiver Lasten verursacht, z.B. Elektrowerkzeuge, elektrische Haushaltsgeräte, Leuchtstofflampen.
  • Die gefährlichste Überspannung wird durch abschaltende Sicherungen im Kurzschlussfall hervorgerufen (Dauer im Millisekundenbereich).

 

CHECK: Anforderung an ein EMV-Gehäuse

  • Welche Störgrößen treten im Anwendungsfall auf?
  • Welche Grenzwerte der Störgrößen können in der Anwendung auftreten?
  • Können die Anforderungen durch ein Standardgehäuse oder ein HF-geschirmtes Gehäuse erfüllt werden?
  • Bestehen sonstige EMV-Anforderungen?

Jedes Stahlblechgehäuse biete bereits eine gute Grund-Schirmwirkung d.h. Dämpfung von elektromagnetischen Feldern. Für Großschaltschränke lässt sich eine mittlere Schirmdämpfung durch kostengünstige Maßnahmen zur mehrfach leitenden Verbindung aller Gehäuseteile untereinander erreichen. Hohe Schirmdämpfungswerte im Frequenzbereich oberhalb von ca. 5 MHz werden durch Spezialdichtungen erzielt, die metallisch blanke Innenflächen von Türen und abnehmbaren Wänden, Dach- und Bodenblechen mit dem metallisch blanken Dichtkanten des Gehäusekörpers weitgehend schlitzfrei leitend verbinden. Je höher die auftretenden Frequenzen sind, desto kritischer werden Öffnungen im Gehäuse.

 

Quelle: Rittal

 

 

 

 

 

 


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