Kauf-Tipps Server- & Netzwerkschrank

Tipps zum Schrank-Kauf

Ein Serverschrank oder Netzwerkschrank ist eine Anschaffung, die im Regelfall einer Nutzungsdauer von mindestens 5 Jahren unterliegt, d.h. einige seiner Einbauten (zum Beispiel Server oder Switches) um einige Zeit "überlebt".

Daher ist es sinnvoll, vor dem Kauf die Spezifikationen des anzuschaffenden Schrankes genau zu überdenken.

Spezifikationen

    • 1. Höhe
      Die für die Nutzbarkeit wichtige Innenhöhe wird international standardisiert in HE (HöhenEinheit) gemessen. 1 HE sind 44,45 mm (englisch: 1 U für 1 unit). Die AUSSENhöhe des Schrankes wird dann durch die Dach- und Bodenkonstruktion des jeweiligen Schranktyps definiert. Einige Standardmaße haben sich durchgesetzt: Schränke mit 1200 mm Aussenhöhe haben meist eine Nutzhöhe innen von 24 oder 25 HE. Bei 2000 mm Aussenhöhe variiert die nutzbare Innenhöhe je nach Hersteller zwischen 41 und 43 HE.

 

    • 2. zerlegbar oder nicht
      Zur Montage eines stabilen Schrankgestells werden von den Herstellern grundsäzlich 2 Methoden verwendet: verschrauben oder verschweißen.
      Falls der Schrank über enge Wege an seinen Nutzungsort transportiert werden soll, oder steht möglicherweise irgendwann ein Umzug mit dem Schrank an, ist es überlegenswert, ob der Schrank nicht besser zerlegbar konstruiert sein sollte, d.h. hier kommt nur eine verschraubte Konstruktion in Frage. Verschweißte Konstruktionen weisen in Extrembereichen meist eine etwas höhere Traglast und eine etwas höhere Dichtigkeit auf.

 

    • 3. Sichttür vorne
      Die klassische Fronttür für Netzwerkschränke und Serverschränke ist die Sichttür vorne, d.h. ein Metallrahmen mit großflächigem Glaseinsatz oder eine Vollglastür. Vorteil hierbei ist, dass Anzeigen auf den aktiven Geräten gut von aussen überwacht werden können. Weiterhin dringt weniger Staub in der Schrank ein, als bei offenen oder perforierten Türen.
      Nachteil ist eine schlechtere Luftzirkulation im Gehäuse, die eine Bildung von Wärmenestern begünstigt.

 

    • 4. Vollblechtür
      Die Vollblechtür vorne ist eine relativ selten verwendete Lösung und kommt eigentlich nur zum Einsatz, wenn für Aussenstehende nicht ersichtlich sein soll, was im Schrank montiert ist, zum Beispiel im öffentlichen Bereich. Weiterhin ist der Schutzgrad gegen mechanische Beschädigung (IK) höher, was auch im industriellen Umfeld wichtig sein kann.

 

    • 5. Perforierte Türen
      Perforierte Türen sind die optimale Lösung für Serverschränke, d.h. Schränke mit mehreren Rechnern und möglicherweise weiteren Netzwerkkomponenten. In Datencentern mit klimatisierten Räumen sind diese Schränke definitiv ein Muß!
      Der Grad der Perforation wird von den Herstellern als Prozentsatz angegeben. Dieser gibt den Prozentsatz der perforierten Fläche als Anteil der Gesamtfläche der Tür an. Meist liegt er zwischen 40% und 80%. Über 60% sind aufwendige - und damit teure - Versteifungen der Türkonstruktion nötig, damit die Tür nicht instabil wird. DochAchtung: Einige Hersteller verwenden als Bais des Messung nur die Fläche DIREKT VOR der 19".Einbauebenen. Damit steigt der Prozentsatz starkt an, da die - unperforierten - versteifenden Rahmen der Tür nicht eingerechnet werden.

 

    • 6. Geteilte Türen
      Geteilte Türen sind höchst sinnvoll, wenn vor und/oder hinter dem Schrank begrenzter Platz vorhanden ist. Ein Schrank mit 800 mm Breite und 1000 mm Tiefe hat bei voll geöffneten Türen schon einen Platzbedarf in der Tiefe von 2,6 m! Vorne, wo Server eingeschoben und an anderen Einbauten gearbeitet werden soll, macht das noch Sinn, hinten kann man aber mit geteilten Türen schon 400 mm Tiefe der Stellfläche einsparen. Für reine Netzwerkschränke ohne tiefe Einbauten, kann man sogar auch vorne geteilte Türen verwenden und so den Platzbedarf auf 1,8 m reduzieren.

 

    • 7. Tiefe in mm
    • Die Tiefe bezeichnet normalerweise die Aussentiefe des Schrankes. Die utzbare Einbautiefe im Serverschrank ergibt sich aus der Aussentiefe abzüglich des konstruktiv bedingten Freiraumes vor und hinter den 19"-Ebenen. Als Annäherungswert kann man sagen, dass die Einbautiefe meist der Aussentiefe abzüglich ca. 150 mm entspricht.



    • 8. Traglast in Kg
      Die Traglast des Schrankes bezeichnet die Summe der Gewichte der Einbauten im Schrank. Mit USV-Anlagen können hier schnell mehrere hundert Kilo zusammen kommen und die Traglast ist eine wichtige Größe. Die Mindest-Belastung der meisten Modelle liegt bei 400 kg. Die meisten Hersteller bieten Zubehör an, um die Traglast zu erhöhen, zum Beispiel weitere 19"-Montageschienen als 3.Ebene im Serverschrank, Querträger unter den vertikalen Montageschienen, zusätzliche Tiefenstreben etc..



Alle Angaben ohne Gewähr.
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